Bodenversiegelung: Wir beantworten die 5 häufigsten Fragen

Lesedauer: 5 Minuten

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Laut Umweltbundesamt wurde in Österreich im Jahr 2020 eine Bodenfläche von 39 Quadratkilometern versiegelt. Das entspricht rund 12 Fußballfeldern täglich.

Das macht uns zu Europameistern beim Flächenverbrauch. Und obwohl wir auch bei der Dichte der Verkehrsanlagen und der Gewerbeparks europaweit im Spitzenfeld liegen, wird munter weiter versiegelt.

Von Bodenversiegelung ist gerade in den Bauabteilungen häufig die Rede. Wer nun mit der Baulandsausweisung nicht täglich zu tun hat, wird sich die ein oder andere Frage zu diesem Thema stellen.

Um mehr Klarheit rund um das Thema zu schaffen, beantworten wir in diesem Artikel wichtige Fragen zur Bodenversiegelung.

Hier die 5 häufigsten Fragen im Überblick (zum Durchklicken):

bild im beitrag bodenverdichtung und bodenversiegelung auswirkungen

1. Was versteht man unter Bodenversiegelung?

Den Boden versiegeln bedeutet, dass Grünland und Ackerland bebaut werden. Darauf entstehen in der Regel:

  • Wohnhäuser
  • Gewerbe- und Industriebetriebe
  • Straßen
  • Parkplätze

2. Warum ist die Bodenversiegelung eigentlich so ein Problem?

Innerhalb unserer natürlichen Ökosysteme erfüllt der Boden eine Reihe von wichtigen Funktionen. Darüber hinaus bildet er eine wesentliche Lebensgrundlage für uns Menschen.

Die Bodenversiegelung gilt als eines der dringendsten ökologischen Probleme unserer Zeit, weil sie ein irreversibler Eingriff ist. Das bedeutet, die natürlichen Funktionen und Strukturen des Bodens werden zerstört. Diese können auch unter großen Anstrengungen nie mehr vollständig hergestellt werden.

Versiegelte Flächen haben zahlreiche negative Auswirkungen auf Klima und Umwelt. Wie und warum genau, erfahren Sie in den folgenden Absätzen.

3. Welche konkreten Folgen entstehen durch den Bodenverbrauch?

Die Versiegelung von Bodenflächen durch Bebauung kann kurzfristige und langfristige Folgen nach sich ziehen.

Kurzfristige Folgen der Bodenversiegelung

Kurzfristige Probleme entstehen durch die Bodenversiegelung in erster Linie in urbanen Gebieten. Diese sind zum Beispiel:

  • Höhere Temperaturen
  • Vermehrte Staubbildung und somit Luftverschmutzung
  • Verschärfung des Oberflächenwasserabflusses
  • Verringerte Versickerung des Niederschlagswassers

Diesen Folgen kann nur mit großem Aufwand und Energieeinsatz entgegengewirkt werden.

Langfristige Folgen von versiegelten Böden

  • Verringerung landwirtschaftlicher Nutzflächen
  • Weniger CO₂-Speicher
  • Verlust von Lebensraum für Tiere und Pflanzen

In Bezug auf die landwirtschaftlichen Flächen steuern wir auf eine immer größer werdende Abhängigkeit von Nahrungsmittelimporten zu.

Österreich ist aktuell nicht in der Lage seinen Grundbedarf an landwirtschaftlichen Produkten selbst zu decken. Es gibt dafür Gründe, wie den dominierenden Flächenbedarf für die Fleischproduktion oder die globale marktwirtschaftliche Situation. Zusätzlich wird die Möglichkeit zum Ausbau aber durch die flächendeckende Bodenversiegelung stark reduziert.

Und das, obwohl die aktuelle Krisensituation zeigt, dass die Produktion regionaler Lebensmittel immer wichtiger wird.

Darüber hinaus ist der Boden ein wertvoller CO₂-Speicher. Sogar noch wirksamer als die Pflanzen, die auf ihm gedeihen.

Durch die Versiegelung wird daher der Klimawandel gefördert, indem der Boden einerseits selbst keinen Kohlenstoff mehr speichern kann und andererseits bei der Versiegelung CO₂ ausgestoßen wird.

Und nicht zuletzt gehen durch die Versiegelung wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen verloren. Die Folge ist ein unwiederbringlicher Verlust an Artenvielfalt, der neben dem Klimawandel, der Ressourcenverknappung, der Umweltverschmutzung und der Überbevölkerung eine der bedrohlichsten Herausforderungen für die Menschheit darstellt.

4. Welche Regularien gibt es, um die Lage zu entschärfen?

Im Oktober 2021 wurde das Raumentwicklungskonzept ÖREK 2030 beschlossen. Es sieht eine Reduktion des Flächenverbrauches auf 2,5 Hektar pro Tag bis 2030 vor.

Das ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung!

Es werden aber Anstrengungen von allen Seiten notwendig sein, damit es nicht bei einem Lippenbekenntnis bleibt. In der Vergangenheit wurde über Bodenschutz schon viel geredet, aber nur wenig umgesetzt.

Dabei könnten wir mit anderem Denken und neuen Strategien relativ rasch eine wesentliche Verbesserung erzielen.

5. Was kann man jetzt gegen den Bodenverbrauch tun?

Wir von Mach & Partner setzten uns dafür ein, dass umgedacht wird und schon heute neue Strategien entwickelt werden – nicht erst 2030.

Denn Bodenschutz ist Klimaschutz und Artenschutz. All das erfordert unser Handeln mit individuellen Konzepten und Strategien für die jeweiligen Regionen. Und das besser heute als morgen!

Sie haben Fragen zum Thema Bodenversiegelung in Österreich?

Wir von Mach & Partner haben über 30 Jahren Erfahrung im Bereich Wasserwirtschaft und Kulturtechnik.

Für Rückfragen steht Ihnen Herr DI Thomas Mach gerne jederzeit zur Verfügung.

 
portrait di thomas mach gesellschafter und geschaeftsfuehrer
DI Thomas Mach

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